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GPuG-Vorklasse
Weimarer Republik und Nationalsozialismus · Montessori Fachoberschule München


Nutzung
• Arbeite pro Kapitel zuerst mit der Leitfrage und den Schlüsselbegriffen.
• Nutze die zwei Niveaus Basis und Vertiefung als klare Wahl- und Entwicklungsstufen.
• Lies die zweispaltigen Sachtexte vergleichend: Basis sichert das Fundament, Vertiefung öffnet Deutung und Urteil.
• Nutze die Arbeitsmaterialien als konkrete Quellen-, Bild-, Karten- oder Statistikarbeit.
• Der Selbstcheck ist keine Kontrolle von außen, sondern dein Werkzeug zur Planung des nächsten Lernschritts.
• Quellen werden immer nach Herkunft, Perspektive, Aussage und Grenze untersucht.
Modulübersicht

00 · Kaiserreich, Imperialismus und der Weg in den Krieg
Teil 0 · Vorgeschichte · 1871–1914 · Auftakt


Orientierung
Das Deutsche Kaiserreich war wirtschaftlich modern, politisch aber nur begrenzt parlamentarisch. Außenpolitik, Flottenbau, Kolonialismus und Bündnisse verbanden nationale Selbstbilder mit Machtpolitik.

Sachtext in zwei Niveaus

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Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Nach 1871 veränderte die Reichsgründung das europäische Mächtegleichgewicht. Bismarcks Politik zielte zunächst darauf, Frankreich zu isolieren und große Kriege zu vermeiden.
• Nach 1890 verschob sich der Kurs: Weltpolitik, Flottenbau und Kolonialprestige sollten Deutschlands Rang zeigen, verstärkten aber Misstrauen gegenüber Großbritannien, Frankreich und Russland.
• Imperialismus bedeutete mehr als Gebietserwerb. Er verband ökonomische Interessen, rassistische Weltbilder, militärische Konkurrenz und die Vorstellung, Weltmachtstatus müsse sichtbar demonstriert werden.
• Die Kriegsgefahr entstand aus Strukturen und Entscheidungen: Wettrüsten, Bündnisse, Nationalismus und Fehlwahrnehmungen machten die Julikrise 1914 so gefährlich.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder

Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Europa 1914: Bündnisse, Lagebilder und Bedrohungsdeutungen
Kartenarbeit · map · Europa vor dem Krieg: Mittelmächte, Entente und neutrale Räume



M2 · Weltpolitik und Flottenbau: Prestige als politischer Treibstoff
Daten- und Deutungsmaterial · chart · Flottenpolitik als Mobilisierung: Marine, Öffentlichkeit, Konkurrenz



M3 · Kolonialkarte mit zweiter Ebene: Herrschaft, Ausbeutung, Widerstand
Karten- und Perspektivmaterial · map · Deutsche Kolonien um 1914: Was eine Herrschaftskarte zeigt und verschweigt


Auswertung: Analysiere eine Bündniskarte Europas um 1914. Markiere Mittelmächte und Entente, beschreibe die Lage Deutschlands und erkläre, warum Bündnisse Sicherheit versprachen, aber Eskalation begünstigen konnten.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Erster Weltkrieg (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Vergleiche Bündnislogik damals mit Sicherheitsdebatten heute. Wann erhöht Abschreckung Sicherheit, wann verstärkt sie Angst?
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Bündnisse und Machtkonkurrenz vor 1914 erklären. · ☐ Ich kann Imperialismus und Militarismus unterscheiden. · ☐ Ich kann zwischen Ursache, Anlass und Verantwortung unterscheiden.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

01 · Erster Weltkrieg: moderner Krieg und Gesellschaft im Ausnahmezustand
Teil 0 · Vorgeschichte · 1914–1918 · Auftakt


Orientierung
Der Krieg dauerte über vier Jahre. Stellungskrieg, Artillerie, Maschinengewehre, Giftgas, Blockade, Propaganda und industrielle Produktion veränderten Krieg und Alltag.

Sachtext in zwei Niveaus

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Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die Hoffnung auf einen kurzen Krieg zerbrach nach wenigen Monaten. An vielen Fronten erstarrte Bewegungskrieg zum Stellungskrieg.
• Moderne Technik erhöhte die Zerstörungskraft. Millionen Soldaten erlebten Schlamm, Lärm, Hunger, Angst, Verwundung und Tod als dauerhaften Zustand.
• Auch die Heimatfront wurde Teil des Krieges. Frauen übernahmen neue Aufgaben, Rohstoffe wurden knapp, Lebensmittel rationiert und soziale Spannungen verschärft.
• Die Niederlage von 1918 prägte die Weimarer Republik: Viele Menschen suchten nach Erklärungen, Schuldigen und Auswegen aus Verlust, Hunger und politischem Umbruch.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Feldpost aus dem Stellungskrieg: Nähe, Zensur und Auslassung
Quellenarbeit in didaktischer Arbeitsfassung · source_sheet · Feldpostkarte 1916: Was geschrieben wird und was fehlen kann



M2 · Propaganda und Wirklichkeit: Kriegsanleihe, Held und Graben
Plakat- und Bildanalyse · poster_analysis · Kriegsplakat lesen: Bildbotschaft gegen Kriegserfahrung



M3 · Heimatfront: Versorgung, Arbeit und Vertrauen
Alltags- und Strukturmaterial · matrix · Front und Heimatfront im modernen Massenkrieg


Auswertung: Vergleiche ein Propagandabild von 1914 mit einem Feldpostbrief aus dem Stellungskrieg. Prüfe, welche Wirklichkeit sichtbar wird und welche unsichtbar bleibt.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Erster Weltkrieg (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, warum Gesellschaften Krieg oft zuerst in Bildern von Ehre, Pflicht und Zusammenhalt erzählen, während Opfererfahrungen später sichtbar werden.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann moderne Kriegführung erklären. · ☐ Ich kann zwischen Propaganda und Erfahrung unterscheiden. · ☐ Ich kann Folgen für die Weimarer Republik benennen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

02 · Kriegsende, Novemberrevolution und Republikgründung
Teil I · Weimar 1918–1923 · 1918–1919 · LB IV


Orientierung
Im Herbst 1918 war Deutschland militärisch geschlagen. Matrosenaufstand, Arbeiter- und Soldatenräte, Abdankung des Kaisers und Ausrufung der Republik führten in kurzer Zeit zu einer neuen Ordnung.

Sachtext in zwei Niveaus

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Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die Oberste Heeresleitung drängte auf Waffenstillstand und Parlamentarisierung, wollte aber die Verantwortung für die Niederlage politisch abwälzen.
• Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen; Kaiser Wilhelm II. dankte ab. In München entstand bereits am 7. November der Freistaat Bayern.
• Die Revolution war nicht einheitlich. Sozialdemokratische, linkssozialistische, kommunistische und konservative Kräfte stritten über Demokratie, Räte und Ordnung.
• Die junge Republik musste gleichzeitig Frieden schließen, Versorgung sichern, Gewalt eindämmen und eine Verfassung vorbereiten.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Akteurskarte 1918/19: Republik, Räte, Ordnung und Gewalt
Akteurs- und Zielanalyse · concept · Wer wollte 1918/19 welche Ordnung?



M2 · Vier Schlagzeilen, vier Deutungen: Republik entsteht in der Krise
Zeitungs- und Sprachmaterial · source_sheet · Schlagzeilen vom November 1918 als Deutungsangebote



M3 · München vor Berlin: Revolution als Lokalgeschichte
Regional- und Zeitleistenmaterial · timeline · November 1918: München, Berlin und die neue Republik


Auswertung: Erstelle aus kurzen Quellentexten eine Akteurskarte: SPD, USPD, Spartakusbund, Freikorps, Militärführung, Arbeiter- und Soldatenräte.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Überlege, warum politische Umbrüche oft nicht nur neue Chancen, sondern auch neue Gewalt- und Ordnungskonflikte erzeugen.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann die wichtigsten Schritte zur Republikgründung nennen. · ☐ Ich kann Revolution und Reform unterscheiden. · ☐ Ich kann Bayern in die Ereignisse einordnen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

03 · Versailler Vertrag und Nachkriegsordnung
Teil I · Weimar 1918–1923 · 1919–1920 · LB IV


Orientierung
Der Versailler Vertrag beendete den Kriegszustand mit Deutschland, legte Gebietsabtretungen, Abrüstung und Reparationsverpflichtungen fest und wurde in Deutschland als demütigend erlebt.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Artikel 231 wies Deutschland und seinen Verbündeten die Verantwortung für Kriegsschäden zu. Artikel 232 bildete die Grundlage für Reparationsforderungen; konkrete Regelungen folgten später.
• Deutschland verlor Gebiete, musste die Armee stark begrenzen und wurde zunächst nicht gleichberechtigt in die neue internationale Ordnung eingebunden.
• Viele Deutsche nannten den Vertrag „Diktatfrieden“, weil Deutschland nicht gleichberechtigt verhandeln durfte. Demokratische Politiker wurden für einen Vertrag verantwortlich gemacht, den sie nicht verursacht hatten.
• Der Völkerbund sollte kollektive Sicherheit ermöglichen, blieb aber geschwächt, weil wichtige Mächte fehlten oder nicht dauerhaft eingebunden waren.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Versailler Vertrag sortieren: Sicherheit, Wirtschaft, Symbolik
Vertrags- und Kategoriematerial · matrix · Bestimmungen des Versailler Vertrags nach Wirkung ordnen



M2 · Zwei Sicherheitslogiken: Deutsche Kritik und alliierte Schutzinteressen
Perspektivvergleich · source_sheet · Versailles aus zwei Blickwinkeln



M3 · Sprache macht Politik: „Diktatfrieden“ als Kampfbegriff
Sprach- und Urteilsarbeit · concept · Vom Sachverhalt zum Kampfbegriff


Auswertung: Vergleiche zwei Perspektiven: eine deutsche Kritik am Vertrag und eine alliierte Begründung für Sicherheitsgarantien. Markiere Sicherheitsinteressen, Gerechtigkeitsvorstellungen und blinde Flecken.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Prüfe, welche Bedingungen eine Nachkriegsordnung erfüllen muss, damit sie als legitim wahrgenommen wird.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Bestimmungen und Wahrnehmung des Vertrags unterscheiden. · ☐ Ich kann Artikel 231/232 korrekt einordnen. · ☐ Ich kann den Völkerbund als Friedensinstrument erklären.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

04 · Weimarer Reichsverfassung, Grundrechte und Frauenwahlrecht
Teil I · Weimar 1918–1923 · 1919 · LB IV


Orientierung
Die Weimarer Verfassung verband parlamentarische Demokratie, starke Stellung des Reichspräsidenten, Grundrechte und direktdemokratische Elemente.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die Nationalversammlung beschloss 1919 eine moderne demokratische Verfassung. Frauen durften erstmals reichsweit wählen und gewählt werden.
• Der Reichstag wurde nach Verhältniswahl gewählt. Das ermöglichte Repräsentation, erschwerte aber stabile Mehrheiten in einer stark zersplitterten Parteienlandschaft.
• Der Reichspräsident wurde direkt gewählt, konnte den Reichstag auflösen und nach Artikel 48 in Notlagen per Notverordnung handeln.
• Die Verfassung scheiterte nicht automatisch an ihrem Text. Entscheidend war, wie Akteure die Institutionen nutzten und ob demokratische Kultur stark genug war.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Weimarer Verfassung als Machtkarte
Verfassungsschaubild · concept · Volk, Reichstag, Reichspräsident und Regierung



M2 · Frauenwahlrecht 1919: Recht, Teilhabe, Grenzen
Daten- und Rollenmaterial · chart · Formale Gleichberechtigung und tatsächliche Teilhabe



M3 · Weimar und Grundgesetz: Verfassungsschutz durch Institutionen
Vergleichsmaterial · matrix · Vier Vergleichspunkte: Staatsoberhaupt, Regierung, Grundrechte, Parteien


Auswertung: Vergleiche ein vereinfachtes Verfassungsschema der Weimarer Republik mit dem Grundgesetz. Markiere, wo Macht gebündelt oder begrenzt wird.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Vergleiche mit dem Grundgesetz: konstruktives Misstrauensvotum, Bundespräsident, Ewigkeitsklausel, 5%-Hürde.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann die WRV erklären. · ☐ Ich kann demokratische Errungenschaften würdigen. · ☐ Ich kann Verfassungsrisiken differenziert beurteilen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

05 · Krisenjahr 1923: Ruhrbesetzung, Inflation und Hitlerputsch
Teil I · Weimar 1918–1923 · 1923 · LB IV


Orientierung
1923 bündelten sich außenpolitischer Druck, wirtschaftliche Entwertung, soziale Not und politische Gewalt. Die Republik überlebte, verlor aber weiter Vertrauen.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Nach Reparationsrückständen besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet. Die Reichsregierung unterstützte passiven Widerstand.
• Die Finanzierung des Widerstands verschärfte die Inflation. Geld verlor rapide an Wert; Ersparnisse wurden vernichtet, Schuldner entlastet, soziale Sicherheiten erschüttert.
• Separatistische Bewegungen, kommunistische Umsturzversuche und rechtsextreme Gewalt zeigten die Fragilität des Staates.
• Der Hitler-Ludendorff-Putsch im November 1923 scheiterte, machte Hitler aber öffentlich bekannt und zeigte, dass die NSDAP Gewalt als politisches Mittel nutzte.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Inflation im Alltag: Wenn Geld seine Funktion verliert
Wirtschafts- und Alltagsmaterial · chart · Geldentwertung 1923 als Vertrauenskrise



M2 · Ruhrbesetzung: Reparationskonflikt, passiver Widerstand, Kosten
Ursache-Wirkungs-Material · timeline · 1923: Vom Reparationsstreit zur Staatskrise



M3 · Hitlerputsch 1923: Gewalt, Inszenierung und Scheitern
Ereignis- und Urteilsmaterial · source_sheet · München 1923: Putschversuch gegen die Republik


Auswertung: Untersuche eine Inflationsgrafik und eine Alltagsquelle. Beschreibe, wie Geldentwertung Vertrauen in Staat, Arbeit und Zukunft beschädigt.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, warum wirtschaftliche Stabilität für demokratische Legitimität wichtig ist.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann die Teilkrisen 1923 unterscheiden. · ☐ Ich kann wirtschaftliche und politische Folgen verbinden. · ☐ Ich kann die Ambivalenz des Jahres beurteilen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

06 · Stabilisierung und Außenpolitik der Weimarer Republik
Teil II · Weimar 1924–1929 · 1924–1929 · LB IV


Orientierung
Nach 1923 stabilisierten Währungsreform, Kredite und Diplomatie die Lage. Außenminister Gustav Stresemann verband Verständigung mit dem Ziel, Versailles schrittweise zu revidieren.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Der Dawes-Plan von 1924 regelte Reparationszahlungen neu und verband Deutschland stärker mit amerikanischen Krediten.
• Die Verträge von Locarno 1925 verbesserten die Beziehungen zu Frankreich und Belgien; Deutschland trat 1926 dem Völkerbund bei.
• Stresemanns Politik war doppelt: Verständigung nach außen und Revision des Versailler Vertrags mit diplomatischen Mitteln.
• Die Stabilisierung blieb abhängig von internationalen Krediten und politischer Kompromissfähigkeit. Sie war real, aber verletzlich.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Außenpolitik 1922–1929: Rapallo, Dawes, Locarno, Völkerbund
Chronologie- und Diplomatiematerial · timeline · Stationen der außenpolitischen Stabilisierung



M2 · Stabilisierung als Kreditkreislauf: Stärke und Verwundbarkeit
Wirtschaftsstrukturmaterial · concept · Kredite, Reparationen, Investitionen und Risiko



M3 · Stresemann beurteilen: Europäer, Realpolitiker, Revisionist?
Urteils- und Perspektivmaterial · matrix · Drei Deutungen einer Außenpolitik


Auswertung: Erstelle eine Tabelle zu außenpolitischen Stationen 1922–1929: Rapallo, Dawes-Plan, Locarno, Völkerbund, Young-Plan.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Übertrage auf heutige Diplomatie: Wann kann Anerkennung Vertrauen schaffen?
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann die Außenpolitik erklären. · ☐ Ich kann Verständigung und Revision unterscheiden. · ☐ Ich kann Stabilisierung als begrenzt beurteilen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

07 · Goldene Zwanziger: Kultur, Großstadt und neue Rollenbilder
Teil II · Weimar 1924–1929 · 1924–1929 · LB IV


Orientierung
Kunst, Film, Architektur, Tanz, Mode und Medien machten neue Lebensgefühle sichtbar. Gleichzeitig blieben Armut, Geschlechterungleichheit, Stadt-Land-Unterschiede und politische Feindschaft bestehen.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die Weimarer Republik ermöglichte kulturelle Experimente. Meinungsfreiheit, Großstadtleben und neue Medien öffneten Räume für Moderne.
• Bauhaus, Neue Sachlichkeit, expressionistischer Film, Kabarett und Jazz veränderten Formen des Sehens, Wohnens und Auftretens.
• Das Bild der „Neuen Frau“ stand für Berufstätigkeit, Wahlrecht, Mode und Selbstständigkeit, war aber stärker urbanes Leitbild als flächendeckende Realität.
• Die Moderne polarisierte: Was für manche Freiheit war, galt anderen als moralischer Verfall oder Angriff auf traditionelle Ordnung.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Großstadt Berlin: Tempo, Medien und soziale Gegensätze
Foto- und Stadtanalyse · photo_analysis · Großstadtblick der 1920er Jahre



M2 · Neue Frau: Leitbild, Rechte und Grenzen
Rollenbild- und Vergleichsmaterial · poster_analysis · Die „Neue Frau“ zwischen Werbung und Wirklichkeit



M3 · Bauhaus und Neue Sachlichkeit: Moderne Formen, neue Fragen
Kultur- und Konzeptmaterial · concept · Gestaltung als Gesellschaftsentwurf


Auswertung: Vergleiche zwei Darstellungen Berlins: eine ruhige Stadtansicht des 19. Jahrhunderts und eine dynamische Großstadtszene der 1920er. Welche Wirklichkeit wird jeweils konstruiert?

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Finde ein heutiges Beispiel, in dem neue Medien oder neue Mode als Freiheit und als Bedrohung zugleich bewertet werden.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann kulturelle Moderne erklären. · ☐ Ich kann Leitbilder von Realität unterscheiden. · ☐ Ich kann visuelle Quellen analysieren.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

08 · Weltwirtschaftskrise, Präsidialkabinette und Radikalisierung
Teil III · Weimar 1929–1933 · 1929–1932 · LB IV


Orientierung
Der Börsencrash 1929 traf Deutschland besonders hart, weil Wirtschaft und Staat von Krediten abhängig waren. Arbeitslosigkeit und soziale Not zerstörten Vertrauen in parlamentarische Lösungen.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Amerikanische Kredite wurden zurückgezogen, Produktion und Handel brachen ein, Unternehmen schlossen und die Arbeitslosigkeit stieg massiv.
• Die Regierung Müller zerbrach 1930. Danach regierten Brüning, Papen und Schleicher zunehmend ohne tragfähige Reichstagsmehrheit.
• Notverordnungen verschoben politische Entscheidungen vom Parlament zum Reichspräsidenten und zur Regierung. Die Verfassung wurde formal genutzt, aber demokratisch ausgehöhlt.
• Radikale Parteien gewannen Zulauf, Gewalt auf der Straße nahm zu, Wahlplakate und Propaganda versprachen einfache Lösungen für komplexe Krisen.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Weltwirtschaftskrise: Von Kreditabzug zu Arbeitslosigkeit
Daten- und Kausalmaterial · chart · Krisenkette 1929–1932



M2 · Präsidialkabinette: Regieren ohne stabile Mehrheit
Verfassungspraxis · concept · Vom Parlament zur Notverordnung



M3 · Wahlplakat 1932: Angst, Feindbild, Versprechen
Propaganda- und Plakatanalyse · poster_analysis · Radikale Wahlwerbung in der Krise


Auswertung: Analysiere ein Wahlplakat von 1932. Untersuche Bildaufbau, Feindbild, Versprechen und Zielgruppe.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, warum soziale Sicherheit und politische Kommunikation für demokratisches Vertrauen zusammenhängen.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Krise und Radikalisierung verbinden. · ☐ Ich kann Notverordnungen erklären. · ☐ Ich kann Wahlplakate methodisch analysieren.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

09 · Scheitern Weimars und Antworten des Grundgesetzes
Teil III · Weimar 1929–1933 · 1932–1949 · LB IV


Orientierung
Die Weimarer Republik scheiterte an mehreren Faktoren: wirtschaftliche Not, antidemokratische Eliten, politische Gewalt, Verfassungsnutzung gegen den Parlamentarismus und fehlende demokratische Bindung vieler Akteure.

Sachtext in zwei Niveaus

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Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 war kein Wahlsieg mit absoluter Mehrheit, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen konservativer Eliten und Hindenburgs.
• Das Grundgesetz begrenzt Macht stärker: Bundespräsident mit schwächerer Rolle, konstruktives Misstrauensvotum, Ewigkeitsklausel, starker Grundrechtsschutz.
• Wehrhafte Demokratie bedeutet, dass Freiheit nicht schutzlos gegenüber Kräften bleibt, die sie abschaffen wollen.
• Demokratie braucht Institutionen, aber auch demokratische Praxis: Kompromissfähigkeit, Minderheitenschutz, Gewaltverzicht und Wahrhaftigkeit.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Warum Weimar scheiterte: Ursachen nicht als Schicksal erzählen
Multikausales Urteilsmaterial · matrix · Fünf Ursachenfelder des Scheiterns



M2 · 30. Januar 1933: Ernennung statt automatischer Wahlsieg
Ereignis- und Akteursmaterial · timeline · Von der Wahlkrise zur Machtübertragung



M3 · Antworten des Grundgesetzes: Wehrhafte Demokratie
Demokratie- und Vergleichsmaterial · concept · Lehren aus Weimar im Grundgesetz


Auswertung: Vergleiche Weimarer Verfassung und Grundgesetz an vier Punkten: Staatsoberhaupt, Regierungssturz, Grundrechtsgarantie, Parteien.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Prüfe an einem aktuellen Beispiel, wie eine Demokratie zwischen Freiheit und Schutz der Verfassung abwägen muss.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann multikausal erklären. · ☐ Ich kann Antworten des Grundgesetzes nennen. · ☐ Ich kann historische Lehren kritisch prüfen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

10 · NS-Ideologie: Antisemitismus, Rassismus und Führerprinzip
Teil IV · Nationalsozialismus 1933–1939 · 1920–1933 · LB V


Orientierung
Die NS-Ideologie verband radikalen Antisemitismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Führerprinzip, Volksgemeinschaftsversprechen, Antiliberalismus, Antikommunismus und Expansionismus.

Sachtext in zwei Niveaus

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Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Ideologie ist ein Deutungs- und Rechtfertigungssystem. Im Nationalsozialismus erklärte sie Ungleichwertigkeit von Menschen zur angeblichen Naturordnung.
• Antisemitismus war zentral. Jüdinnen und Juden wurden nicht als religiöse Minderheit, sondern rassistisch als Feindbild konstruiert.
• Das Versprechen einer „Volksgemeinschaft“ integrierte diejenigen, die dazugehören sollten, und schloss andere systematisch aus.
• Das Führerprinzip lehnte demokratische Kontrolle ab. Gehorsam, Gewalt und angebliche Einheit wurden höher gestellt als Grundrechte.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · NS-Ideologie als Ausgrenzungssystem
Begriffs- und Konzeptmaterial · concept · Ideologiebausteine: Antisemitismus, Rassismus, Volksgemeinschaft, Führerprinzip



M2 · Propagandasprache prüfen: Wir, Sie, Natur, Kampf
Sprach- und Quellenanalyse · source_sheet · Checkliste gegen menschenfeindliche Sprache



M3 · Zugehörigkeit und Ausschluss: Die Matrix der Volksgemeinschaft
Matrix- und Urteilsarbeit · matrix · Wer sollte dazugehören, wer wurde ausgegrenzt?


Auswertung: Untersuche einen Schulbuch- oder Propagandatext auf Sprache: Wir-Sie-Gegensatz, Biologisierung, Wiederholung, Emotionalisierung.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Entwickle eine Checkliste gegen menschenfeindliche Sprache in Gegenwart und sozialen Medien.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann NS-Ideologie erklären. · ☐ Ich kann Propagandasprache analysieren. · ☐ Ich kann Integration und Exklusion zusammendenken.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

11 · Machtübernahme, Gleichschaltung und Führerstaat
Teil IV · Nationalsozialismus 1933–1939 · 1933–1934 · LB V


Orientierung
Nach der Ernennung Hitlers nutzten die Nationalsozialisten Terror, Notverordnungen, Gesetze, Propaganda und institutionelle Anpassung, um Demokratie in kurzer Zeit zu zerstören.

Sachtext in zwei Niveaus

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Merkkern
• Der Reichstagsbrand diente als Anlass, Grundrechte außer Kraft zu setzen und politische Gegner zu verfolgen.
• Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 verlagerte Gesetzgebung auf die Regierung und zerstörte parlamentarische Kontrolle.
• Gleichschaltung bedeutete die Unterwerfung von Ländern, Parteien, Gewerkschaften, Vereinen, Medien und Kultur unter NS-Herrschaft.
• Nach dem Tod Hindenburgs 1934 vereinte Hitler die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler. Die Wehrmacht schwor den Eid auf Hitler persönlich.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder

Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Demokratieabbau 1933: Stationen einer Diktatur
Prozessmaterial · timeline · Vom Regierungsauftrag zur Diktatur: Januar bis Juli 1933



M2 · Gleichschaltung im Alltag: Institutionen verlieren Eigenständigkeit
Strukturmaterial · matrix · Gleichschaltung: Bereiche, Mittel, Folgen



M3 · Täterwörter entschlüsseln: Sprache als Herrschaftsmittel
Quellenkritik · source_sheet · Täterbegriff, sachliche Übersetzung, politische Funktion


Auswertung: Erstelle eine Prozessgrafik „Demokratieabbau 1933“. Ordne Ereignisse nach rechtlicher Fassade, Gewalt und Propaganda.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, warum demokratische Verfahren missbraucht werden können, wenn Grundrechte und Gewaltenteilung nicht geschützt sind.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann die Diktaturerrichtung chronologisch erklären. · ☐ Ich kann Rechtsform und Terror zusammendenken. · ☐ Ich kann Gleichschaltung als Herrschaftstechnik erklären.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

12 · Propaganda, Sprache und Inszenierung
Teil IV · Nationalsozialismus 1933–1939 · 1933–1939 · LB V


Orientierung
NS-Propaganda arbeitete mit Bildern, Masseninszenierungen, Feindbildern, Wiederholung und emotionaler Vereinfachung. Sprache wurde zum Werkzeug der Ausgrenzung und Gewaltvorbereitung.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Propaganda sollte nicht ausgewogen informieren, sondern Deutungen festlegen und Handlungen vorbereiten.
• Fotos, Filme, Aufmärsche, Architektur und Symbole inszenierten Einheit, Größe und Führernähe.
• Vergiftete Sprache entmenschlichte Gruppen. Wer als „Schädling“, „Feind“ oder „fremd“ markiert wurde, konnte leichter entrechtet werden.
• Propaganda funktionierte auch, weil sie an Wünsche nach Zugehörigkeit, Ordnung, Aufstieg, Stolz und Sicherheit anknüpfte.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Masseninszenierung auf dem Reichsparteitag
Bildanalyse · photo_analysis · Blickführung, Körperordnung und Ausblendung



M2 · Propaganda hören und lesen: Wiederholung, Feindbild, Gefühl
Medienanalyse · matrix · Propagandamittel und gewünschte Wirkung



M3 · Posteranalyse: Was verspricht das Plakat, was verschweigt es?
Plakatanalyse · poster_analysis · Plakatcheck: Aussage, Gestaltung, Auslassung


Auswertung: Analysiere ein Foto einer Massenveranstaltung: Perspektive, Ausschnitt, Blickführung, Wiederholung, Körperordnung, Wirkung.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Vergleiche historische Propagandatechniken mit heutigen Mechanismen viraler Bilder, ohne Unterschiede zwischen Diktatur und Demokratie zu verwischen.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Propaganda analysieren. · ☐ Ich kann Bildquellen methodisch untersuchen. · ☐ Ich kann Sprache als Gewaltvorbereitung erkennen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

13 · Alltag im totalitären Staat: Jugend, Arbeit und Geschlechterrollen
Teil IV · Nationalsozialismus 1933–1939 · 1933–1939 · LB V


Orientierung
Der NS-Staat wollte nicht nur Gehorsam erzwingen, sondern Menschen in Organisationen, Rituale und Rollenbilder einbinden. Alltag war geprägt von Angeboten, Druck, Überwachung und Ausgrenzung.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Jugendorganisationen wie Hitlerjugend und Bund Deutscher Mädel sollten Freizeit, Körper, Weltbild und Zugehörigkeit prägen.
• Arbeitsbeschaffung, Aufrüstung und Organisationen wie die Deutsche Arbeitsfront banden Erwerbsleben an staatliche Ziele.
• Geschlechterrollen wurden ideologisch verengt: Männer als Soldaten und Arbeiter, Frauen als Mütter und Erzieherinnen der „Volksgemeinschaft“.
• Alltag bedeutete nicht für alle dasselbe. Wer ausgeschlossen wurde, erlebte den Staat als Bedrohung, nicht als Gemeinschaftsangebot.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Hitlerjugend und BDM: Angebot, Druck, Ideologie
Alltagsmaterial · matrix · Jugendorganisationen zwischen Gemeinschaft und Kontrolle



M2 · Schule im NS-Staat: Ideologie im Normalen
Schulmaterial · source_sheet · Unterricht, Rituale und Ausgrenzung



M3 · Zwei Jugendperspektiven: Zugehörigkeit und Ausschluss
Perspektivmaterial · concept · Räume, Rechte, Risiken, Zukunft


Auswertung: Arbeite mit zwei Alltagsquellen: einem Jugendbericht und einer Regel/Anweisung. Frage, welche Handlungsspielräume sichtbar bleiben.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, wie Organisationen Zugehörigkeit erzeugen können und wann Zugehörigkeit in Druck umschlägt.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Alltag im NS differenziert erklären. · ☐ Ich kann Handlungsspielräume vorsichtig beurteilen. · ☐ Ich kann Integration/Exklusion anwenden.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

14 · Nationalsozialismus in Bayern: München und Nürnberg
Teil IV · Nationalsozialismus 1933–1939 · 1919–1945 · LB V


Orientierung
München war frühes Zentrum der NSDAP und der rechten Gewaltkultur. Nürnberg wurde zum Ort der Reichsparteitage und der Nürnberger Gesetze.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Nach Revolution, Räterepublik und politischer Gewalt wurde München zu einem Sammelpunkt völkischer und rechtsextremer Milieus.
• Die NSDAP entwickelte in München Organisationsstrukturen, Propagandaorte und Selbstmythen. Der gescheiterte Putsch von 1923 spielte dabei eine zentrale Rolle.
• Nürnberg inszenierte mit Reichsparteitagen die angebliche Einheit von Volk, Partei und Führer. Architektur und Massenchoreografie wurden zu Herrschaftsbildern.
• 1935 wurden in Nürnberg Gesetze verkündet, die jüdische Menschen weiter entrechteten und rassistische Kategorien staatlich fixierten.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · München als NS-Ort: lokale Spuren der Macht
Lokalmaterial · map · München: Orte, Funktionen, heutige Erinnerung



M2 · Nürnberg: Parteitag, Raum und Körperordnung
Bild- und Raumanalyse · photo_analysis · Inszenierte Einheit und ihre Leerstellen



M3 · Nürnberger Gesetze: Recht als Werkzeug der Entrechtung
Rechtsmaterial · source_sheet · Definition, Ausschluss, soziale Folgen


Auswertung: Plane eine historische Spurensuche in München oder Nürnberg: Ort, Quelle, Frage, heutige Erinnerung, mögliche Kontroverse.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Untersuche, wie deine Umgebung an NS-Geschichte erinnert oder sie unsichtbar macht.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Bayern in die NS-Geschichte einordnen. · ☐ Ich kann Inszenierungsorte deuten. · ☐ Ich kann Erinnerung vor Ort untersuchen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

15 · Außenpolitik, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung
Teil IV · Nationalsozialismus 1933–1939 · 1933–1939 · LB V


Orientierung
Die NS-Außenpolitik verband Revision von Versailles mit Expansion, Rassismus und der Vorstellung von „Lebensraum“ im Osten.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Deutschland trat aus dem Völkerbund aus, führte die Wehrpflicht wieder ein und betrieb massive Aufrüstung.
• Die Rheinlandbesetzung, der Anschluss Österreichs und die Zerschlagung der Tschechoslowakei zeigten, dass Zugeständnisse die Expansion nicht stoppten.
• Der Hitler-Stalin-Pakt von August 1939 ermöglichte den Angriff auf Polen, indem das Deutsche Reich und die Sowjetunion ihre Interessen in Osteuropa abgrenzten.
• Der Krieg war kein Unfall, sondern Teil einer ideologisch begründeten Herrschafts- und Eroberungspolitik.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Außenpolitik 1933-1939: Eskalation in Stationen
Ereignismaterial · timeline · Von Vertragsbruch zu Kriegsvorbereitung



M2 · Europa 1938/39: Karte der Expansion
Kartenmaterial · map · Annexion, Besetzung, Bedrohung, Angriff



M3 · Appeasement: Entscheidung unter Unsicherheit
Debattenmaterial · matrix · Argumente 1938 und Rückblick nach 1939


Auswertung: Erstelle eine Ereignisleiste 1933–1939 und markiere, welche Schritte Vertragsbruch, Propagandaerfolg oder direkte Expansion waren.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); segu Zweiter Weltkrieg (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, wie Demokratien auf aggressive Vertragsverletzungen reagieren können.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann NS-Außenpolitik chronologisch erklären. · ☐ Ich kann ideologische Ziele benennen. · ☐ Ich kann Appeasement differenziert diskutieren.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

16 · Zweiter Weltkrieg, Expansion und Vernichtungskrieg
Teil V · Nationalsozialismus 1939–1945 · 1939–1945 · LB V


Orientierung
Der Zweite Weltkrieg begann in Europa mit dem deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939. Im Osten wurde der Krieg als Vernichtungskrieg geführt.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die frühen deutschen Erfolge beruhten auf schneller militärischer Bewegung, Überraschung und der Schwäche angegriffener Staaten.
• Mit dem Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 radikalisierte sich der Krieg. Besatzung, Hungerpolitik, Erschießungen und Zwangsarbeit trafen Millionen Menschen.
• Der Krieg war eng mit der Shoa verbunden. Besatzung ermöglichte Erfassung, Deportation und Mord.
• Ab 1942/43 wendete sich der Krieg. Niederlagen, Bombenkrieg, Rückzug und Kapitulation zeigten den Zusammenbruch der NS-Herrschaft.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Kriegsausweitung 1939-1942: Fronten und Gewaltorte
Karten- und Strukturmaterial · map · Militärische Expansion und Gewalt gegen Zivilbevölkerung



M2 · Besatzungssprache prüfen: Verwaltung, Zwang, Gewalt
Quellenkritik · source_sheet · Verwaltungsbegriff und reale Folge



M3 · Doppelte Zeitleiste: Krieg und Lebenswirklichkeit
Perspektivmaterial · timeline · Militärische Ereignisse und Folgen für Menschen


Auswertung: Arbeite mit einer Karte der Kriegsausweitung. Markiere Fronten, Besatzungsräume und Orte systematischer Gewalt.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Zweiter Weltkrieg (CC BY-SA 4.0); segu Judenverfolgung/Holocaust (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, warum Kriegskarten Opferperspektiven leicht ausblenden.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Kriegsverlauf und Ideologie verbinden. · ☐ Ich kann Karten kritisch lesen. · ☐ Ich kann Vernichtungskrieg erklären.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

17 · Holocaust/Shoa und weitere Opfergruppen
Teil V · Nationalsozialismus 1939–1945 · 1933–1945 · LB V


Orientierung
Die Shoa war der systematische Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Weitere Gruppen wurden ebenfalls verfolgt und ermordet, darunter Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner, Homosexuelle, Kriegsgefangene und viele Zivilistinnen und Zivilisten.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die Verfolgung begann nicht erst mit Mord. Boykott, Gesetze, Berufsverbote, Ausgrenzung, Gewalt und Enteignung bereiteten die Vernichtungspolitik vor.
• Der Novemberpogrom 1938 markierte eine offene Eskalation der Gewalt gegen jüdische Menschen, Synagogen, Geschäfte und Gemeinden.
• Ab 1941 setzte die NS-Führung den Massenmord systematisch um: Erschießungen, Ghettos, Deportationen und Vernichtungslager.
• Nach heutigen Schätzungen wurden etwa 5,7 Millionen jüdische Menschen ermordet; häufig wird auch die gerundete Zahl von sechs Millionen verwendet. Zahlen müssen respektvoll und quellengebunden genannt werden.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Eskalationslinie der Shoa
Eskalationsmaterial · timeline · Von Ausgrenzung zu Deportation und Mord



M2 · Fotos und Zeugnisse würdevoll auswerten
Methodenmaterial · photo_analysis · Quellenkritik vor Bildwirkung



M3 · Weitere Opfergruppen sichtbar machen, ohne zu relativieren
Übersichtsmaterial · matrix · Verfolgungsgrund, Gewaltform, Erinnerung


Auswertung: Analysiere zwei Fotos aus Auschwitz-Birkenau mit Quellenkritik: Wer fotografiert, aus welcher Perspektive, mit welchem Zweck, was bleibt außerhalb des Bildes?

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Judenverfolgung/Holocaust (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Entwickle Regeln für verantwortungsvolles Sprechen über Opfer, Täter und Zahlen.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Eskalation erklären. · ☐ Ich kann Opfergruppen benennen, ohne die Shoa zu relativieren. · ☐ Ich kann Quellen respektvoll analysieren.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

18 · Sexualisierte Gewalt und KZ-Bordelle
Teil V · Nationalsozialismus 1939–1945 · 1942–1945 · LB V


Orientierung
Die SS richtete in mehreren Konzentrationslagern Häftlingsbordelle ein. Betroffene Frauen wurden unter Lagerbedingungen angeworben, selektiert oder gezwungen. Von Freiwilligkeit kann in einem System totaler Gewalt nicht sinnvoll gesprochen werden.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Die Lagerbordelle waren Teil einer Herrschaftslogik, die Körper, Sexualität und Arbeitskraft kontrollierte.
• Männliche Häftlinge sollten durch Gutscheine oder vermeintliche Privilegien zu höherer Arbeitsleistung motiviert werden. Jüdische Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene waren ausgeschlossen.
• Die betroffenen Frauen, häufig aus Ravensbrück, erlebten sexualisierte Gewalt, gesundheitliche Gefahren, Stigmatisierung und nach 1945 lange fehlende Anerkennung.
• Das Thema verlangt eine Sprache, die Gewalt benennt, Betroffene schützt und keine sensationsorientierten Details in den Mittelpunkt stellt.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · KZ-Bordelle: Zwangsstruktur statt Sensation
Schutzrahmenmaterial · concept · SS-Herrschaft, Zwang, Betroffenenwürde, Schweigen



M2 · Problembegriffe korrigieren
Sprachmaterial · source_sheet · Verharmlosung erkennen und präzise sprechen



M3 · Warum manche Erfahrungen lange unsichtbar blieben
Erinnerungsmaterial · concept · Stigma, Anerkennung, Forschung, Gedenken


Auswertung: Arbeite mit einem kurzen Sachtext und einer Erinnerungsperspektive. Markiere Herrschaftszweck, Opferperspektive, Nachkriegsschweigen.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Vergleiche mit heutigen Grundsätzen: Warum sind Würde, Zustimmung und Schutz vor sexualisierter Gewalt unverhandelbare Menschenrechte?
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann sexualisierte Gewalt historisch einordnen. · ☐ Ich kann respektvolle Sprache anwenden. · ☐ Ich kann Erinnerungslücken erklären.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

19 · Handlungsspielräume: Anpassung, Nonkonformismus, Widerstand und Exil
Teil V · Nationalsozialismus 1939–1945 · 1933–1945 · LB V


Orientierung
Menschen verhielten sich sehr unterschiedlich: Zustimmung, Anpassung, Wegsehen, innere Distanz, kleine Regelverstöße, Hilfe, offene Opposition, Widerstand und Exil.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Handlungsspielräume hingen von Alter, Geschlecht, Herkunft, sozialer Position, Verfolgungsstatus, Risiko und Wissen ab.
• Widerstand war gefährlich und selten, aber vielfältig: kommunistischer, sozialdemokratischer, christlicher, militärischer, jugendlicher und individueller Widerstand.
• Zivilcourage kann auch in kleinen Handlungen sichtbar werden: Hilfe, Verstecken, Weitergabe von Informationen, Verweigerung von Denunziation.
• Historisches Urteilen darf Menschen nicht bequem aus der Gegenwart verurteilen, muss aber Verantwortung, Mitläufertum und Beteiligung klar benennen.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Handlungsspielräume im NS-Staat
Fallmaterial · matrix · Zustimmung, Anpassung, Nonkonformismus, Widerstand



M2 · Biografieraster Widerstand und Hilfe
Biografiematerial · source_sheet · Person, Netzwerk, Handlung, Risiko, Erinnerung



M3 · Exil: Widerstand aus der Entfernung
Perspektivmaterial · map · Fluchtwege, Verlust, politische Arbeit


Auswertung: Erstelle ein Handlungsspektrum von Zustimmung bis Widerstand. Ordne Fallbeispiele begründet ein.

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Zweiter Weltkrieg (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Diskutiere, welche Formen von Zivilcourage heute realistisch und notwendig sind.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Handlungsspielräume unterscheiden. · ☐ Ich kann Widerstand differenziert erklären. · ☐ Ich kann Verantwortung historisch beurteilen.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

20 · Erinnerung, Gedenkorte und wehrhafte Demokratie heute
Teil VI · Erinnerung und Gegenwart · 1945–heute · LB IV/V


Orientierung
Erinnerung ist keine bloße Rückschau. Sie entscheidet mit darüber, wie Gesellschaften Schuld, Verantwortung, Opfer, Täter, Mitläufer und demokratische Werte verstehen.

Sachtext in zwei Niveaus

Denkbild

Überblicksvisualisierung

Merkkern
• Nach 1945 war der Umgang mit NS-Vergangenheit lange von Verdrängung, Entlastungserzählungen und allmählicher Aufarbeitung geprägt.
• Gedenkorte, Stolpersteine, Museen, Prozesse, Forschung und Zeitzeugenberichte machen Geschichte konkret und überprüfbar.
• Wehrhafte Demokratie schützt Grundrechte, Menschenwürde, Minderheiten und demokratische Verfahren gegen ihre Abschaffung.
• Historisches Lernen soll nicht bloß Betroffenheit erzeugen, sondern Urteilskraft: Quellen prüfen, Sprache analysieren, Menschenrechte verteidigen.

Materialwerkstatt: Quellen, Karten und Analysebilder
Die folgenden Materialien sind als Arbeitsgrundlage gedacht: Sie enthalten vereinfachte Quellen, Karten- und Diagrammebenen, Perspektivhilfen, Quellenangaben und konkrete Arbeitsaufträge.
M1 · Gedenkortanalyse: Geschichte, Gestaltung, Gegenwart
Gedenkortmaterial · matrix · Ort, Quelle, Gestaltung, Botschaft, Leerstelle



M2 · Stolperstein-Biografie: Name statt Nummer
Biografiematerial · source_sheet · Lebensdaten, Wohnort, Verfolgungsweg, Erinnerung



M3 · Wehrhafte Demokratie heute: Lernen aus Weimar und NS
Demokratiematerial · concept · Schutzinstrumente, Haltungen, Alltagshandeln


Auswertung: Untersuche einen Gedenkort in München oder Umgebung. Frage: Wen erinnert er? Was zeigt er? Was verschweigt er? Welche Handlung fordert er heute?

Quellen: LehrplanPLUS 09.05.2026; segu Judenverfolgung/Holocaust (CC BY-SA 4.0); segu Weimarer Republik (CC BY-SA 4.0); segu Nationalsozialismus (CC BY-SA 4.0); Alt-Material fachlich überarbeitet; Faktencheck: strittige Zahlen markiert.
Kontroverse

Transfer
Transfer: Entwirf eine kleine demokratische Handlung: Ausstellung, Podcast, Rundgang, Quellenmappe oder Klassendebatte.
Aufgaben
Selbstkontrolle
Ich-kann-Check: ☐ Ich kann Erinnerung und Geschichte unterscheiden. · ☐ Ich kann Gedenkorte kritisch lesen. · ☐ Ich kann demokratische Verantwortung formulieren.
Lernampel: ☐ sicher · ☐ teilweise · ☐ offen | ☐ Begriff · ☐ Quelle · ☐ Urteil · ☐ Transfer

Lehrplanabdeckung
Die Matrix zeigt, wie die Module die Kompetenzerwartungen und Inhalte aus den Lernbereichen 1, 4 und 5 abdecken. Sie ist bewusst kompetenzorientiert formuliert und dient als Prüfspur für die weitere Ausarbeitung.
Qualitätsnotizen
• Alt-Materialien wurden nicht kopiert, sondern als Ausgangsbefund genutzt und fachlich korrigiert.
• Jedes Modul enthält ausgebaute Basis- und Vertiefungssachtexte sowie drei konkrete Arbeitsmaterialien mit Quellen.
• Spalten werden gezielt genutzt: Basis/Vertiefung als zweispaltige Lernfläche, Materialarbeit als Kartenraster und Methodenstreifen.
• Artikel 231/232/233 werden nicht verkürzt als eine einzige „Kriegsschuld-Reparationsregel“ dargestellt.
• Die doppelten Weimar-Aufbruch-Dateien werden in einem Kulturmodul zusammengeführt.
• ASCII-Umschreibungen werden vermieden; Umlaute und ß werden konsequent verwendet.
Quellen und Lizenzhinweise
Alt-Materialien im Ordner /Users/karateka/Documents/Lehrbuch/Alt, fachlich überarbeitet.
LehrplanPLUS PDF-Sammlung vom 09.05.2026, GPuG Vorklasse, LB1/LB4/LB5.
segu Geschichte: Judenverfolgung und Holocaust, https://segu-geschichte.de/judenverfolgung/ (CC BY-SA 4.0).
segu Geschichte: Nationalsozialismus, https://segu-geschichte.de/nationalsozialismus/ (CC BY-SA 4.0).
segu Geschichte: Weimarer Republik, https://segu-geschichte.de/weimarer-republik/ (CC BY-SA 4.0).
segu Geschichte: Erster Weltkrieg, https://segu-geschichte.de/erster-weltkrieg/ (CC BY-SA 4.0).
segu Geschichte: Zweiter Weltkrieg, https://segu-geschichte.de/zweiter-weltkrieg/ (CC BY-SA 4.0).
Die Grafiken sind vollständig im Dokument eingebettet. Externe Bildrechte werden nicht ungeprüft übernommen; Alt-Materialien dienen als Ausgangsbefund und wurden fachlich überarbeitet.