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**Bere**
In dem Auszug aus dem Hörspiel „Das Opfer Helena“ von Wolfgang Hildesheimer publiziert im Jahr 1965 geht es um Helena, die protagonistin und ihren geliebten Paris ein trojanischer Könissohn. Das Hörspiel spielt in der altgriechischen Zeit kurz vor dem trojanischen Krieg.
Helena und Paris unterhalten sich über das Meer welches sie während ihrer Seereise beobachten.
Helena greift das Thema auf, dass sich Männer alle gleich ausdrücken würden. Paris bestätigt dies durch ein Kompliment, nachdem Helena ihre Liebe gestanden hat.
Die Beiden möchten die Seereise genießen, doch Helena stößt das Thema an, nicht nach Troja fahren zu wollen, woraufhin Paris darauf besteht, weil sie dort erwartet werden. Er ist kalt ihr gegenüber und erzählt Helena von dem Krieg, den sie wegen ihr führen werden. Helena ist fassungslos.
Das Gespräch nimmt hier eine Wendung, weil Paris seine wahren Absichten preisgibt, welche beinhalten Helena zu rauben und sie zu manipulieren. Sie ist getroffen und verletzt und versucht vergeblich nach Bestätigung von Paris.
Helena wird wütend und möchte allein gelassen werden. Der Hörspielauszug endet damit, dass Paris sie in Ruhe lässt, aber sagt, dass sie ihn holen soll, falls sie etwas benötigt.
Charakterisierung
Eine wichtige Figur des Hörspiels „Das Opfer Helena“ ist Paris, dessen Charakterzüge im Folgenden näher betrachtet werden
„Paris ist, der Sage nach, ein trojanischer Königssohn.“ (Vorbemerkung). Er wurde von Hirten aufgezogen, nachdem er von seiner Mutter ausgesetzt wurde. (vgl. Vorbemerkung). Als Erwachsener wird er „zum Schiedsrichter über \[die\] Schönheit“ (Vorbemerkung) von drei Göttinen gewählt. Als Belohnung wird ihm „die Griechin Helena versprochen“ (Vorbemerkung). Paris und Helena führen eine Liebesbeziehung, obwohl Helena mit Menelaos, dem König von Sparta, verheiratet ist (vgl. Vorbemerkung). Paris „\[gilt\] als der schönste unter den Söhnen des Priamos“ (Z.110)
Eine Eigenschaft, welche Paris bestimmt, ist, dass er Zielstrebig ist woraus eine weitere zugehörige Eigenschaft entsteht und zwar Selbstsicherheit. Beide Charaktermerkmale kommen in unterschiedlichen Situationen zum Vorschein. Zum
einen bei der Eroberung von Helena. Sein Ziel war gesetzt sie für sich zu gewinnen und sie mit nach Troja zu nehmen. Als er seine wahre gestalt und sein wahres Können offenbart belegt er diese Merkmale indem Paris erklärt, er sei der Gewandteste in den Künsten, die für diese Aktion - Helena mitzunehmen - nötig sind (vgl. Z. 110 f.)
Eine weitere Textstelle, die dies belegt ist seine Antwort auf Helenas Aussage, in welcher sie fassungslos behauptet: „wer hätte gestern noch gedacht, daß du mich über Verführungskünste belehrst!“ (Z. 129).
Seine Antwort zeigt von Überzeugung und Selbstsicherheit weil er sagt: „Außer mir wohl niemand. Ja – ich beherrsche dieses Gebiet!“ (Z. 130). Der Einschub sorgt hier für einen Nachdruck seiner Worte.
Wie bereits erwähnt kommt diese Eigenschaft nicht nur in Verbindung mit Helena hervor, sondern ebenfalls bei zukünftigen Kriegsgeschehen. Mit den Worten: „Wir werden ihn gewinnen.“ (Z. 92) unterschreibt er den Krieg gegen die Griechen mit Sicherheit zu Gewinnen.
Ein weiteres Charaktermerkmal ist seine Gelassenheit. Er redet eher stoisch und kurzgefasst und lässt seine Sätze somit eindringlicher wirken. An seinen Antworten im Gespräch mit Helena am Anfang des Auszuges erkennt man das gut: „Natürlich“ (Z. 33), „Die meisten sind tot.“ (Z. 35). Er antwortet zwar kurz, aber er bringt trotzdem eine Gelassenheit rüber und lässt Helena dadurch bei ihm Wohlfühlen. Die Klimax in seinem ersten Satz: „Es ist sehr glatt. Zu glatt.“ unterstreicht diese deutliche Sprechweise von ihm.
Paris’ am deutlichsten hervorgebrachte Eigenschaft ist, dass er manipulativ ist. Manipulativ sein verbindet sich oft auch mit weiteren Charaktermerkmalen. Beziehungsweise unterstützen diese das Manipulativ sein und vereinfachen es. Dazu gehören die Schlauheit von Paris, seine Hinterlistigkeit, das einfache Lügen und, dass er einfach seine kalte Schulter zeigen kann. Vorerst lässt er Helena gut fühlen, indem er sie hochpriest und ihr Dinge sagt wie „Ich lerne wirklich viel von dir“ (Z. 13), „Ich vergöttere dich.“ (Z. 17) und „wie ich dich kenne, bist du allen Situationen gewachsen“ (Z. 57), doch im nächsten Moment ist er „kalt“ (Z. 65) und spricht herablassend mit ihr: „Was fällt dir ein?“ (Z. 65). Daran erkennt man schonmal sein wahres Verhalten. Er ist nett zu ihr und im nächsten Moment ist er kalt, weil ihm etwas nicht passt. Damit zeigt sich das Manipulative. Seine Schlauheit und hinterlistigkeit sind beachtlich, denn er täuscht damit nicht nur Helena, sondern auch die ganzen Griechen: „\[die Flotte\] dient keineswegs dem Fischfang, wie die Herren Griechen sehr bald feststellen werden.“ (Z. 89–90). Die Lügen über seine Vergangenheit beweisen und unterstreichen zusätzlich, dass er ein Meister der Manipulativität ist. Er hatte Helena vollkommen überzeugt, dass er Erzieher hatte, dass sie fragt, ob er diese schändlichen Regeln auch von ihnen gelernt hat (vgl. Z. 133 f.). Darauf sagt er ihr die Wahrheit: „Ich habe niemals Erzieher gehabt.“ (Z. 135) worauf sie dann schließt: „Auch das war also erlogen.“ (Z. 136). Dies wiederum zeigt, er hat nicht zum ersten mal gelogen.
Zusammenfassend kann man Paris als eine Person beschreiben, die eigentlich positive Eigenschaften besitzt, diese aber egozentrisch einsetzt um seinen Willen durchzusetzen und das zu bekommen was er
möchte. Im Verlauf der Szene ändert er sein Verhalten von höflich und eher gelassen zu kalt und lässt seine manipulierten Geschehnisse auffliegen.
Die Thematik, welche der Autor mit den Beiden Charakteren, vor allem mit Paris, darstellt, lässt sich vor allem auf die damalige Gesellschaft übertragen. Frauen werden verheiratet und Männer nutzen ihre Macht und emotionale Intelligenz aus, um Frauen zu verführen.
Sie lassen sie gut fühlen und geben vor das zu sein wonach sich die Frauen sehnten: Geliebt zu werden und verstanden zu werden.
Variante 2 b)
Nun bin ich allein. Wie konnte Ich nur auf ihn hereinfallen. Und ich behaupte noch stolz, dass es Eigenschaften gibt, die sich nur solchen Menschen offenbaren, die sie selbst besitzen und er nichts davon weiß. Hat er mir das Gegenteil bewiesen? Ja Ich habe nach Bestätigung meiner selbst gesucht.... Ich musste wissen, ob ich ihn, ohne sein Vorhaben, Verführt hätte. Er hat mir gesagt ich hätte es geschafft, aber was will ich noch mit dieser Antwort. Wenn er diese Eigenschaft nicht besitzen würde könnte er doch nicht bestätigen dass ich sie besitze. Sodenn was genau bedeutet das jetz für mich. Er hat mich Verführt, in Versuchung gebracht und mich beeinflusst.
Nun bin Ich hier auf der Seefahrt allein.
Ach nein Ich muss mich mit dem Mann befassen von dem ich dachte sagen zu können, dass ich ihn liebe. Die Ereignisse und die Wahrheit haben mich in eine zwiespaltige Lage gebracht. Ich meinte es auch so als ich sagte ich gedenke unsere neue Beziehung abzubrechen. Oder? Müsste ich sonst wieder nach Hause? Eigentlich ist es sowieso egal, da ich mich hier nun auch allein und hilflos fühle. Ich habe mich doch nur nach einem Mann gesehnt, der mich versteht.