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o<!DOCTYPE html> <html lang="de"> <head> <meta charset="UTF-8"> <title>Arbeitsblatt: Bundestagswahl 2025</title> <style> body { font-family: sans-serif; margin: 20px; line-height: 1.4; } h1, h2, h3 { color: #003366; margin-top: 1.2em; } p, ul { margin-bottom: 1em; } ul { padding-left: 1.2em; } table { border-collapse: collapse; width: 100%; margin-top: 1.5em; margin-bottom: 1.5em; } th, td { border: 1px solid #999; padding: 8px; vertical-align: top; text-align: left; } th { background: #eee; } </style> </head> <body> <h1>Arbeitsblatt: Bundestagswahl 2025 – Themen, Parteien und Unterrichtsablauf</h1> <p> In Vorbereitung auf die Bundestagswahl 2025 beschäftigen wir uns mit zwei aktuell besonders diskutierten Themenfeldern sowie einer Brennpunktfrage zur Rolle der EU im Ukraine-Krieg. Zudem findet ihr hier den Ablaufplan für die heutige 45-minütige Unterrichtseinheit. </p> <!-- EINLEITUNG --> <h2>Einleitung</h2> <p> Die im Herbst 2025 anstehende Bundestagswahl wird stark von aktuellen Themen geprägt. Dabei geht es nicht nur um traditionelle Bereiche wie Wirtschaft oder Soziales, sondern insbesondere um Fragen rund um die europäische Integration und die Migrations- und Asylpolitik Deutschlands. </p> <p> Zusätzlich werfen die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg die Frage auf, welche Rolle die Europäische Union in möglichen Friedensverhandlungen spielen kann. In diesem Zusammenhang treffen sich verschiedene Staats- und Regierungschefs kurzfristig auf einem Sondergipfel in Paris. </p> <p> Die wichtigsten im Bundestag vertretenen oder bekannten Parteien sind: CDU, SPD, AfD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), FDP und Volt. Ihr findet hier Kurzüberblicke zu ihren Positionen. </p> <!-- THEMA 1: EUROPÄISCHE INTEGRATION --> <h2>Thema 1: Europäische Integration</h2> <p> Wie viel Europa soll es sein? Während einige Parteien eine Vertiefung der EU anstreben – beispielsweise in der Außen-, Sicherheits- oder Sozialpolitik –, pochen andere auf mehr nationale Souveränität. </p> <ul> <li><strong>CDU/CSU:</strong> Traditionell pro-europäisch, aber mit Fokus auf nationale Interessen. Befürwortet eine stärkere gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, lehnt allerdings eine zu weitgehende Schulden- und Transferunion ab. </li> <li><strong>SPD:</strong> Stark pro-europäisch, wünscht sich mehr Integration, insbesondere bei Sozial- und Außenpolitik. Setzt auf eine gemeinsame Linie der EU in der Ukraine-Frage und hofft auf eine „europäische Souveränität“. </li> <li><strong>AfD:</strong> EU-skeptisch bis hin zum möglichen „Dexit“. Kritisiert die EU als zu bürokratisch und sieht sie als Souveränitätsverlust. Bevorzugt ein „Europa der Vaterländer“. </li> <li><strong>Grüne:</strong> Sehr pro-europäisch, befürworten eine Vertiefung der EU (z. B. starke gemeinsame Klimapolitik, Außenpolitik) und langfristig sogar eine Föderalisierung hin zu „Vereinigten Staaten von Europa“. </li> <li><strong>Die Linke:</strong> Grundsätzlich pro-europäisch, aber stark kritisiert sie die EU als neoliberal. Will eine soziale und friedensorientierte EU, lehnt eine Militarisierung ab. </li> <li><strong>BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht):</strong> Sehr kritisch gegenüber EU-Vorgaben, strebt weniger Abhängigkeit von Brüssel und mehr nationale Souveränität in Finanz- und Wirtschaftspolitik an. Ist für Verhandlungen mit Russland, auch wenn die EU dabei außen vor bleiben sollte, falls sie zu stark an US-Positionen hängt. </li> <li><strong>FDP:</strong> Liberal und prinzipiell pro-europäisch, setzt auf Freihandel und einen gemeinsamen Binnenmarkt. Lehnt aber eine Vergemeinschaftung von Schulden strikt ab. Will teils mehr Markt, weniger Bürokratie. </li> <li><strong>Volt:</strong> Paneuropäische Partei, die eine tiefgreifende Föderalisierung der EU anstrebt. Setzt auf gemeinsame europäische Institutionen, Reform des Europaparlaments und mehr Mitsprache für die Bürgerinnen und Bürger. </li> </ul> <!-- THEMA 2: MIGRATION --> <h2>Thema 2: Migration</h2> <p> Die Asylpolitik und Zuwanderung sind erneut ein großer Streitpunkt. Während Befürworter einer offenen, solidarischen Linie humanitäre Verantwortung betonen und auf Fachkräftemangel hinweisen, fordern andere strengere Grenzkontrollen und eine konsequentere Abschiebepraxis. </p> <ul> <li><strong>CDU/CSU:</strong> Relativ restriktiver Kurs: straffe Asylverfahren, möglichst Kontingente statt individueller Asylansprüche, Ablehnung von Massenaufnahme. Gleichzeitig Fachkräfteeinwanderung nach klaren Regeln. </li> <li><strong>SPD:</strong> Will Asylverfahren beschleunigen, humane Bedingungen sicherstellen. Unterstützt Familiennachzug und setzt auf EU-weite Lösungen. Treibt Fachkräftezuwanderung voran (Punktesystem). </li> <li><strong>AfD:</strong> Radikal gegen die aktuelle Asylpolitik, fordert weitgehende Abschottung („Festung Europa“). Will den individuellen Asylanspruch einschränken oder abschaffen. Setzt auf „Remigration“. </li> <li><strong>Grüne:</strong> Offen für humanitäre Aufnahme, lehnen Abschottung ab. Legale Fluchtwege, Familiennachzug, Integrationskurse, Verteilung in der EU. Weiterhin hohe Anforderungen an den Schutzstatus (keine Auslagerung von Verfahren). </li> <li><strong>Die Linke:</strong> Sehr liberale Haltung: Abschaffung aller Einschränkungen, mehr Geldleistungen statt Sachleistungen, keine Abschiebungen in Krisengebiete. Humanitäre Aufnahme und sichere Fluchtwege. </li> <li><strong>BSW:</strong> Mehr nationaler Kontrolle, verkürzte Asylverfahren, Begrenzung von Zuwanderung. Sanktions- und Verhandlungsbereitschaft mit Herkunftsstaaten, um Rückführungen durchzusetzen. Will aber auch Fluchtursachen bekämpfen. </li> <li><strong>FDP:</strong> „Ordnen, Steuern, Begrenzen“ – liberal in der Arbeitsmigration (Punktesystem), aber Asylrecht soll nicht überdehnt werden. Auch FDP unterstützt teils Offshore-Verfahren und konsequentere Abschiebungen. </li> <li><strong>Volt:</strong> Befürwortet eine europäische Asylpolitik mit gerechter Verteilung der Geflüchteten, menschliche Aufnahmebedingungen und mehr legale Wege. Deutlicher Ausbau von Fachkräfteeinwanderung. </li> </ul> <!-- BRENNPUNKTAUFGABE: ROLLE DER EU IM UKRAINE-KRIEG --> <h2>Brennpunkt: Rolle der EU im Ukraine-Krieg (Friedensverhandlungen)</h2> <p> Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde diskutiert, wie sich die EU in mögliche Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine einbringen kann. Die USA signalisieren Gesprächsbereitschaft, während ein Sondergipfel in Paris die europäische Position koordinieren soll. </p> <p> Parteien wie CDU, SPD, Grüne und FDP fordern eine geschlossene europäische Linie mit Unterstützung für die Ukraine, bis ernsthafte russische Zugeständnisse erkennbar sind. Dagegen drängen AfD, Die Linke und das neue Bündnis Sahra Wagenknecht stärker auf sofortige Verhandlungen, teils auch zu Bedingungen, die eine schnelle Beendigung der Kampfhandlungen über die Interessen der Ukraine stellen. Volt setzt wiederum auf eine starke, gemeinsame EU-Außendiplomatie, die den Völkerrechtsbruch Russlands nicht akzeptiert, jedoch über eine engere Zusammenarbeit die Ukraine zügig in europäische Strukturen einbinden möchte. </p> <p> <strong>Leitfragen für euch:</strong> </p> <ul> <li>Welche Argumente sprechen für bzw. gegen eine rasche Friedenslösung mit Russland und welche Rolle sollte die EU dabei konkret einnehmen?</li> <li>Gibt es Parteien, die sich deutlich für einen Kompromissfrieden aussprechen? Welche Parteien sehen den militärischen Druck weiterhin als notwendig?</li> </ul> <!-- UNTERRICHTSSEQUENZ ALS TABELLE --> <h2>45-Minuten-Unterrichtseinheit: Ablauf</h2> <table> <thead> <tr> <th style="width: 10%;">Zeit</th> <th style="width: 20%;">Sozialform</th> <th style="width: 20%;">Ziel</th> <th style="width: 50%;">Inhalt / Ablauf</th> </tr> </thead> <tbody> <tr> <td>0 – 5 Min</td> <td>Plenum <br>(Lehrperson moderiert)</td> <td>Motivation, <br>Problemaufriss</td> <td> <ul> <li>Begrüßung und kurzer aktueller Bezug (z. B. Schlagzeile zur Münchner Sicherheitskonferenz / Sondergipfel Paris)</li> <li>Impulsfrage: „Welche Rolle könnte die EU in Friedensverhandlungen übernehmen?“</li> <li>Erste Ideen und Meinungen sammeln</li> </ul> </td> </tr> <tr> <td>5 – 15 Min</td> <td>Einzelarbeit (EA)</td> <td>Informations-<br> beschaffung</td> <td> <ul> <li>Jede/r Schüler/in liest die Textabschnitte zu Europäischer Integration, Migration und Rolle der EU im Ukraine-Krieg (siehe oben) und markiert wichtige Punkte</li> <li>Fokus auf Parteienpositionen (CDU, SPD, AfD, Grüne, Linke, BSW, FDP, Volt)</li> </ul> </td> </tr> <tr> <td>15 – 20 Min</td> <td>Partnerarbeit (PA)</td> <td>erste <br>Verständnisklärung</td> <td> <ul> <li>Paarweise Austausch: Was war überraschend oder neu? Wer hat einen besonders „strengen“ bzw. „liberalen“ Standpunkt?</li> <li>Leitfragen (z. B. auf Folie oder Tafel): „Welche Aspekte zur EU-Rolle oder zur Migrationspolitik hast du nicht erwartet?“</li> </ul> </td> </tr> <tr> <td>20 – 35 Min</td> <td>Gruppenarbeit (GA)</td> <td>Vertiefung, <br>Ergebnisse <br>aufbereiten</td> <td> <ul> <li>Gruppenbildung (4–6 SuS): nach Thema (z. B. alle Migration) oder nach Parteien (z. B. alle zur AfD)</li> <li>Aufgabe: kurze Zusammenfassung auf Mini-Plakat oder digitales Board erstellen</li> <li>Vertiefung: Wie würde diese Partei (oder wie lauten die verschiedenen Positionen) beim Sondergipfel argumentieren?</li> </ul> </td> </tr> <tr> <td>35 – 43 Min</td> <td>Plenum (Präsentationen)</td> <td>Ergebnisse <br>austauschen, <br>Gesamtüberblick</td> <td> <ul> <li>Kurze Vorstellung der Gruppen (max. 2 Minuten pro Gruppe)</li> <li>Vergleich und Diskussion: Wo gibt es Übereinstimmungen / deutliche Konfliktlinien?</li> <li>Besonderer Fokus auf Ukraine-Friedensfrage: Wer befürwortet sofortige Verhandlungen, wer lehnt das ab?</li> </ul> </td> </tr> <tr> <td>43 – 45 Min</td> <td>Plenum (Ausblick)</td> <td>Ausblick auf <br>nächste Stunde</td> <td> <ul> <li>Ankündigung: In der nächsten Stunde findet eine Podiumsdiskussion statt</li> <li>Rollenvergabe: Wer vertritt welche Partei? Wer moderiert?</li> <li>SuS sollen sich bis zur Podiumsdiskussion weiter über „ihre“ Partei informieren (Argumente sammeln)</li> </ul> </td> </tr> </tbody> </table> <p> <strong>Hinweis:</strong> In der nächsten Unterrichtseinheit wird die Podiumsdiskussion durchgeführt. Eine Gruppe von Schüler/innen übernimmt die Rollen der Parteien, eine weitere Gruppe stellt das Publikum mit vorbereiteten Fragen, und einige können die Moderation übernehmen. Die heute erstellten Plakate oder Notizen dienen als Vorbereitung für diese Diskussion. </p> </body> </html>